Die Ansiedlung auf der Erhebung in Burgau reicht weit in das 6. Jahrhundert zurück.
1209 wurde Burgau erstmalig urkundlich erwähnt. Die Chroniken berichten von einem Albert, Edlen von Burgau und von einem Hermann von Burgau 1216. Burgau kann als der älteste Besitz der Herren von Lobdeburg-Leuchtenburg angesehen werden. 1257 Zum zweiten Mal wurde Burgau in einer Urkunde als Borgowe erwähnt.
1331 wird das Burgschloß als “Burgowe daz Hus“ erwähnt. Da es auf einem Bergsporn in der Flussaue der Saale lag, erklärt sich möglicherweise der Namen über „Burg in der Aue“ oder „Berg in der Aue“. Über die genaue Entstehung und wie es ausgesehen hat, gibt es keine Erkenntnisse. Der Zweck der Burg war mit Sicherheit die Verwaltung der umliegenden Güter. Da das Saaletal durch den Bergsporn dieser Stelle ziemlich eng ist, diente die Burg vermutlich auch zur Kontrolle des Handelsweges entlang der Saale.
1370 wurde Conrad von Würzburg und 1379 Busse Vitzthum mit der Burg und den Gütern zu Burgau belehnt.
1446-1451 Nach dem sogenannten Bruderkrieg, indem sich die feindlichen Brüder, Kurfürst Heinrich der Sanftmütige und Landgraf Wilhelm 3. ihre beiderseitigen Länder verwüsteten, und somit auch das Burgauer Schloss und die Lobdeburg tritt das Burgschloss in den Blickpunkt der Geschichte.
Nachdem 1486 der letzte Sproß des Burgauer Hofes verstorben war, fiel das frei gewordene Lehen an den Kurfürsten Ernst von Sachsen der die zerstörte Burg 1482 wieder aufbaute.
1491 wurde die Burgauer Brücke, ehemals eine Holzbrücke in Stein erbaut.
1510 wurde die Burg an Christoph von Würzburg zu Großlöbichau verkauft.
1660 brannte das Brauhaus der Burg mit dem Gemeindearchiv ab.
Erst aus dem 17: Jhdt. gibt es ein Bild des Burgauer Schlosses aus dem Amtshaus in der handschriftlichen Ämterbeschreibung des Hofrats Hortleber.
1701-1703 wurde auf Betreiben Friedrich von Cospoths die Burgauer Kirche erbaut.
1753 wurde das Schloss wegen Baufälligkeit bis auf die Grundmauern abgetragen (geschliffen). Noch heute künden viele Steine in Fundamenten und Gartenmäuerchen in Burgau von Ihrem Ursprung. Das Schlossgelände wurde zu Ackerland
1806 zogen die Truppen Napoleons durch Burgau. Die preußischen Truppen beschossen die Franzosen vom Burgberg aus mit Kanonen. Nach der Schlacht bei Jena–Auerstedt am 14. Oktober wurde auch Burgau mehrere Tage lang ausgeplündert.
1910-1920 machte Prof. Adolph Binder, der auf dem Burgberg 1906 die „Binderburg“ errichtete, archäologische Grabungen und Vermessungen auf dem Burggelände und rekonstruierte, wie die alte Burgauer Burg ausgesehen haben könnte.
Heute künden noch Reste der Grundmauern auf dem Burgberg sowie der äußere Burggraben sowie der Burggraben der Rückzugsburg von der alten Burganlage. Auch Straßennamen Burggraben sowie die Schlossberggasse haben sich erhalten.
Literaturquellen:
[1] Friedrich Thieme, „Schloss von Burgau“, Artikel aus einer Jenaer Zeitung um 1906
[2] Jörg Valtin (Stadtchronist), „Aus der Geschichte Burgaus“, Allgemeiner Anzeiger, Jena, 199x
[3] Adolph Binder, „Die Rothenburg- Rosenburg, Reichsburg a.d.Saale ist die Feste Burgau a.d.Saale“, Jenaische Zeitung, No. 5, 3.März 1922
[4] Hugo Möbius, „Ein Lesbeitrag zur Ortsgeschichte von Burgau“, Universitäts-Buchdruckerei, Jena, 1903
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Geschichte der alten Burgauer Burg